Was er im Anschluss an die Trennung von seiner Freundin getan hat (Stalking), ist verwerflich und dürfte nicht sein. Dass er heute davon eingeholt wird und als Chef der Armee zurücktreten muss, liegt aber nicht an dem was er getan hat – obwohl das die Grundlage dazu ist – sondern an dem, wie er im Anschluss daran damit umgegangen ist.
Mit seinem verletzenden Tun hat er Unordnung geschaffen, welche er vermutlich nie in Ordnung gebracht hat. Er hat nie den Ausgleich gesucht, der notwendig wäre, dass beide – sowohl seine damalige Freundin wie auch er selber – neu beginnen können. Er hat ein Schweigegeld bezahlt, und so die Unordnung mit einem Deckel zugedeckt. So trägt er die Unordnung weiter in sich und diese wird ihm – unsichtbar – immer wieder im Wege stehen.
Ordnung machen meint:
1. ich erkenne, dass es falsch war, was ich getan habe (weil Jemand darunter leiden musste).
2. ich stehe dazu und bin bereit, auch die Folgen davon zu tragen.
3. ich suche den Kontakt zum „Opfer“ und sage ihm, dass es falsch war, was ich getan habe und dass es mir Leid tut.
4. Ich suche zusammen mit dem „Opfer“ einen Ausgleich zu finden, der dem verursachten Leiden entspricht. Ich tue also etwas für die verletzte Person was dieser nützlich ist und mit dem sie einverstanden ist. Auch Geld ist eine Möglichkeit, aber nicht im Sinne von Schweigegeld . Das wichtigste für das „Opfer“ ist, dass es hört und spürt, dass es dem Täter Leid tut.
Obwohl die Tat nicht mehr Rückgängig gemacht werden kann, ist es so doch möglich daraus zu lernen und eine Ordnung herzustellen, welche beiden das Weitergehen im Leben ermöglicht.
Im Familienstellen werden wir oft mit solchen Themen konfrontiert. Eine Aufstellung zu machen wäre eine gute Möglichkeit, in die dahinter liegenden Zusammenhänge Einblick zu bekommen, um so die Ordnung wieder herzustellen. Oft liegt hinter einem solchen Verhalten ein Verlusttrauma aus der Kindheit oder auch weiter zurück in der Familie. Auch der Verlust eines Zwillings in der pränatalen Zeit im Mutterleib (oft im 1. – 3. Schwangerschaftmonat) ist möglich. Unbewusst kann ein solches Trauma im erwachsenen Menschen weiterwirken, was oft dazu führt, ein erneutes „Verlassen werden“ nicht verarbeiten zu können.
Wir tun gut daran, mit unserer Vergangenheit in Frieden zu kommen indem wir Ordnung machen. Das Familienstellen hilft uns dabei auch da, wo die „Opfer“ oder „Täter“ schon gestorben sind oder aus anderen Gründen nicht mehr erreicht werden können.
Das aktuelle Thema: Armeechef Roland Nef
August 2, 2008Homöopathie und Wissenschaft
August 2, 2008Die Alternativmedizin und insbesondere die Homöopathie wird in den Medien immer wieder mit dem Argument der „Unwissenschaftlichkeit“ als etwas hingestellt, das gar nicht sein dürfte. Wissenschaft ist etwas, das Wissen schafft. Dies tut die Schulmedizin, und sie ist darum auch eine hervorragende Notfall-Medizin.
Wissenschaftlich ist hier nur, was ich anfassen, sehen und auf die Waage stellen kann. Ein Beispiel: In einem Kino sitzen 100 Personen. Man kann sie sehen und zählen: Das ist wissenschaftlich. Jeder dieser 100 Personen hatte aber die Idee, in dieses Kino zu gehen, aber kein Chirurg auf der Welt findet diese Idee; sie ist aber die Voraussetzung, dass diese 100 Personen jetzt im Kino sitzen. Ein anderes Beispiel: Meine Hand kann der Chirurg auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. Er kann Knochen, Zellen, Sehnen, Muskeln usw. benennen. Aber nie findet er das, was dazu führt, ob diese Hand nun streichelt oder schlägt. Das, worum es eigentlich geht, ist also nicht wissenschaftlich. So geht es in vielen alternativmedizinischen Methoden (ich denke hier besonders an die Homöopathie und Kinesiologie) eben nicht um Wissenschaft, sondern um das, worum es eigentlich geht. Aber eben: Weil die Methoden nicht wissenschaftlich sind, zählen auch die Erfolge nicht.
Mehr über Homöopathie: http://www.i-g-t.com/ftp/homoeopathie.pdf
Verfasst von igtblog
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