Familienstellen

November 6, 2011

Seminarteilnahme ohne eigene Aufstellung?

Wer diese Aufstellungsarbeit noch nicht kennt, hat so die Möglichkeit Einblicke zu bekommen, um was es mit dieser Arbeit geht, zu sehen, wie eine Aufstellung durchgeführt wird. Der Nutzen einer Teilnahme ohne Aufstellung ist sehr vielschichtig, da man auf verschiedenen Ebenen profitieren kann. Durch die Beobachtung der Aufstellungen versteht man immer mehr die Abläufe und bekommt Einblicke in die systemischen Dynamiken und Ordnungen. Dadurch, dass man auch als Stellvertreter in Aufstellungen gewählt wird, kann man besser nachvollziehen, was hier geschieht und lernt dabei auch, zwischen eigenen Meinungen und den Wahrnehmungen als Stellvertreter zu unterscheiden.

Diese Fähigkeit wird uns auch im privaten- und beruflichen Alltag äusserst nützlich sein. So üben wir auch, eine Verbindung herzustellen zwischen Verstand und Gefühl, zwischen analytischem Denken und intuitivem Verstehen. Um jemanden zu „Verstehen“, muss ich bereit sein, mein „Stehen“ zu „Ver-stehen“ d.h. Ver-lassen und mal dort zu stehen, wo der Andere steht, die Sache so zu betrachten, wie der Andere es sieht, mit seinem Hintergrund, seiner Herkunft, seinen Lebenserfahrungen. Ein solches Verstehen führt zum „Verständnis“.  Wir können das nirgendwo besser üben, als wenn wir als Stellvertreter in einer Aufstellung stehen. Je mehr uns das gelingt, umso „aufgestellter“ fühlen wir uns im Alltag, weil diese Verbindung zwischen Verstand und Gefühl uns ganzer uns sicherer macht. Die Beziehungsfähigkeit steigert sich so enorm. Dadurch, dass der Andere spürt, dass wir ihn verstehen, fühlt er sich akzeptiert und verstanden, was ihn auch uns gegenüber offener und zugänglicher macht. So lernen wir systemisch wahrzunehmen, zu denken und zu handeln. Dies ist auch der Grund, warum viele immer mal wieder in ein Seminar kommen – Wellness für Seele.

Durch das Beobachten und Teilnehmen an vielen Aufstellungen, kommen wir mit vielen verschiedenen Problemen und deren Lösungen in Kontakt und erfahren so die damit zusammenhängenden Ordnungen. So erkennen wir auch im Alltag immer mehr die Verletzungen von Ordnungen und Grundprinzipien und lernen so, nicht mehr in solche systemische Fallen zu treten. Dies schafft Ordnung in unserem Leben.

Allein durch das Beobachten von Aufstellungen und das Teilnehmen als Stellvertreter, können sich viele eigene Probleme lösen, da die Einsicht in grössere Zusammenhänge uns das Problem anders sehen lässt. Plötzlich sehen wir Lösungen, wo vorher nur Wiederstand und grosse Mauer war. So suchen wir nicht mehr nach Schuldigen, sondern nach den Wechselwirkungen im System. Dieser erweiterte Blick in das grössere System lässt uns die Zusammenhänge erkennen, in denen sich oft die guten Lösungen zeigen.

Dazu kommt noch, dass so auch die Möglichkeit gegeben ist, die Seminarleitung kennen zu lernen und zu spüren, ob die „Chemie“ stimmt. Nur um Fragen zu stellen genügt es auch in der Praxis einen Termin zu vereinbaren. Manchmal ist eine Vorbesprechung des Anliegens in der Praxis sinnvoll. Im Zweifelsfalle melden Sie sich.

IGT
Rolf Müller und Gabrielle Biétry

Text der Woche

September 18, 2011

Bert Hellinger:

Gebet am Morgen des Lebens

Liebe Eltern,

ich nehme das Leben von Euch, alles, das Ganze,
mit allem Drum und Dran,
und ich nehme es zum vollen Preis, den es Euch gekostet hat,
und den es mich kostet.
Ich mache etwas daraus, Euch zur Freude.
Es soll nicht umsonst gewesen sein.
Ich halte es fest und in Ehren, und wenn ich darf, gebe ich es weiter, so wie ihr.
Ich nehme Euch als meine Eltern,
und Ihr dürft mich haben als Euer Kind.
Ihr seid für mich die Richtigen, und ich bin Euer richtiges Kind.
Ihr seid die Grossen, ich bin der/die Kleine.
Ihr gebt, ich nehme.
Liebe Eltern!
Ich freue mich, dass Ihr Euch genommen habt.
Ihr beide seid für mich die Richtigen.
Nur Ihr.

Familienstellen als Lügengebilde und Massensuggestion?

Oktober 25, 2010

Artikel im Tages Anzeiger  von Hugo Stamm:

Familienstellen als Lügengebilde und Massensuggestion?

Hugo Stamm hat hier einen Fall gefunden, den es nicht geben dürfte. Wenn die Leiterin Teile einer Aufstellung in solcher Art „deutet“, so macht sie Fehler. Sie macht sich selber damit wichtig und dient damit nur ihrem Ego. Anstatt der Anliegen der Klienten, stellt sie sich selber in den Mittelpunkt. Das dürfte nicht sein.

Für Hugo Stamm ist ein solcher Fall ein willkommenes Geschenk, die Methode Familienstellen als „Esoterische Disziplin“ und „Massensuggestion“ abzutun. Um die Leserschaft negativ zu beeinflussen spricht er nicht von Aufstellung, sonder von „Ritual“, nicht von Aufstellungs-Leiterin sondern von „Spiritueller Leiterin“. Wenn eine Masse diesen Artikel liest, so ist dies wohl eher  „Massensuggestion“.

Warum erwähnt er nicht einen einzigen der positiven Fälle, von denen es tausende gibt?  Weil er diesen Fall dazu missbraucht, die Methode als solches schlecht zu machen, weil diese nicht „wissenschaftlich“ ist. Warum schreibt er nicht über jenen Chirurgen, der seiner Patientin das falsche, gesunde Bein amputiert hat? Warum nicht über jenen Arzt, der eine Frau nach Chemotherapie für „ganz sicher klinisch Tod“ erklärt, diese aber nach einer Stunde die Augen öffnet und weiter lebt? Auch solche „Fehler“ dürften nicht passieren, werden aber einfach hingenommen, weil man auch von den vielen positiven Ergebnissen weiss. Die positiven Ergebnisse gibt es aber auch im Familienstellen, im gleichen Verhältnis wie in der Medizin.

Für Hugo Stamm scheint der Mensch nur eine wissenschaftlich-erfassbare Maschine zu sein. Was nicht sichtbar ist, gibt es nicht. Meine Hand nimmt der Chirurg auseinander und setzt sie wieder zusammen, aber das, was dazu führt, ob diese Hand nun schlägt oder streichelt, ist nicht sichtbar und kein Chirurg findet es, dies macht aber meine Lebensqualität aus. Mein Hungergefühl oder mein Gefühl für Gerechtigkeit findet auch kein Arzt, ist also nicht wissenschaftlich, also gibt es das gar nicht?!

Dass es in einer Aufstellung auch Tränen geben kann (Hugo Stamm nennt es suggestiv: „kollektives Schluchzen“) ist gut so. Dass die oft schweren Probleme und oft auch deren Lösungen zu Tränen rühren ist nichts als Menschlich. Schön zu sehen, dass der Mensch mehr ist als eine wissenschaftlich-sichtbare Maschine, dass da auch noch Gefühle sind (kein Wissenschaftler findet diese in mir), Emotionen und dass auch ein Staunen, ein Wundern noch möglich ist. Dies alles macht doch das Leben aus. Das Staunen stärkt, indem es für das Wunderbare, gerade auch im alltäglichen Leben, öffnet. Nur an das Sichtbare, Wissenschaftliche zu glauben macht eng, trostlos und deprimiert, weil so die Welt und das Leben nur eingeschränkt wahrgenommen wird und das Entscheidende oft nicht gesehen wird. Alles erklären wollen, Begreifen, Klassifizieren, Zuordnen sind eingeübte Reaktionsweisen, die eine eigenständige Wahrnehmung verhindern. Sowie uns Fragen weiterbringen als Antworten, führen Vermutungen weiter als Gewissheiten.

IGT, Rolf Müller und Gabrielle Biétry, 9545 Wängi

www.i-g-t.com   info@i-g-t.com


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